Kosten für einen Totenschein

Wir mussten leider feststellen, dass über 70% aller Totenscheine für eine Leichenschau falsch und zwar  immer zulasten der Angehörigen, ausgestellt worden sind. Die Rechnungen der Totenscheine wurden von uns korrigiert und um die entsprechenden Beträge gekürzt.

Es ist uns wichtig die Abrechnung für unsere Kunden transparent zu halten und darum schlüsseln wir Ihnen die Kosten auf und sagen Ihnen, was nur berechnet werden darf. Wir richten uns nach der Gebührenordnung für Ärzte GOÄ und haben uns dies durch die Bundesärztekammer bestätigen lassen.

Totenschein vom Arzt

Ein Totenschein, der mit über 50 Euro berechnet wurde ist mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch ausgestellt. Die Rechnung über einen Sterbefall und die Feststellung des Todes wird über die Ziffer 100 GOÄ mit 33,51 Euro berechnet. Die Ziffer 100 beinhaltet den Besuch, die Feststellung des Todes und das Ausfüllen des Totenscheins, einschließlich der Diagnose.
Zur Ziffer 100 kann noch ein Wegegeld nach §8 GOÄ geltend gemacht werden und richtet sich nach der Entfernung (1 Strecke):

§8 Wegegeld
(1) Der Arzt kann für jeden Besuch ein Wegegeld berechnen. Das Wegegeld beträgt für einen Besuch innerhalb eines Radius um die Praxisstelle des Arztes von

  1. bis zu zwei Kilometern 3,58 €,
    bei Nacht (zwischen 20 und 8 Uhr) 7,16 €,
  2. mehr als zwei Kilometern bis zu fünf Kilometern 6,65 €,
    bei Nacht 10,23, €
  3. mehr als fünf Kilometern bis zu zehn Kilometern 10,23 €,
    bei Nacht 15,34 €
  4. mehr als zehn Kilometern bis zu 25 Kilometern 15,34, €
    bei Nacht 25,56 €.

(2) Erfolgt der Besuch von der Wohnung des Arztes aus, so tritt bei der Berechnung des Radius die Wohnung des Arztes an die Stelle der Praxisstelle.

Vielen Ärzten sind die Beträge leider zu wenig und darum werden Sie sehr kreativ und versuchen einen gesonderten Hausbesuch nach Ziffer 50 GOÄ abzurechnen. Das ist nicht erlaubt! Um Ziffer 50 (Hausbesuch, Beratungsgespräch und symptomatische Untersuchung) abrechnen zu können, muss der Verstorbene noch gelebt haben und dann wäre es eine Leistung, die über die Krankenkasse abzurechnen wäre. Die Bundesärztekammer und alle Landeskammer, mit der uns bekannten Ausnahme der niedersächsischen Kammer, teilen diese Auffassung. Es wird zurzeit geprüft, ob die Empfehlung der Ärztekammer Niedersachsen, die Ziffer 50 abzurechnen, nicht bereits strafrechtlich relevant sein könnte. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein warnt ihre Ärzte sogar vor strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit der Ziffer 50.

Zusätzlich werden häufig gesonderte Wegegelder abgerechnet nach Ziffer E, F, G, H, J oder K2 der GOÄ, das ist nicht erlaubt, da sich diese Wegegelder auf Ziffer 50 GOÄ beziehen. Das Wegegeld für eine Leichenschau richtet sich nach §8 GOÄ. Ganz abenteuerlich wird es, wenn der Arzt versucht zusätzlich das Ausfüllen des Totenscheins, als schriftlichen Krankheitsbefund nach Ziffer 75 GOÄ abzurechnen. Das ist natürlich ebenfalls nicht erlaubt.

Änderung der GOÄ

Die Abrechnung zur Ziffer 50 führt immer wieder zu Streitigkeiten, es gibt inzwischen komplett widersprüchliche Amtsgerichtsurteile, mit einer teilweise „gewagten“ Rechtsinterpretation. Die Bundesärztekammer ist zurzeit dabei eine neue, deutlichere und vor allem gerechtere GOÄ zu entwickeln, damit die Ärzte eine fairere Bezahlung für ihre Dienstleistung erhalten und nicht einige Ärzte durch „Tricks“ ihre Vergütung aufstocken.

Totenschein vom Krankenhaus

Krankenhäuser berechnen sehr selten den tatsächlichen Totenschein, sondern machen daraus eine nicht transparente Pauschale. In der Pauschale sind dann meistens der Totenschein, die Kühlung und das eventuelle Aufbahren enthalten. In der Regel werden für solche Leistungen 50,- Euro berechnet. Die akzeptable Spanne liegt allerdings von 20,- bis 80,- Euro, bei bis zu fünf Tagen Kühlung. Höhere Preise sollten hinterfragt werden!